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Die Malerei gibt ihr FreiheitManchmal stechen sie zur Begrüßung Die Holzzauberer
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Die Holzzauberer
Die Bildhauerei ist eine Leidenschaft. Manche behaupten, dass es sogar eine Sucht ist. Derjenige dagegen, der beim Erlernen dieser ungewöhnlichen Kunst daran denkt, wie viel Geld man dabei verdienen kann, wird kein guter Künstler sein. Die Bildhauer Jan Kosiorek und Stanisław Rudnik haben die Gabe ein einfaches Stück Holz in etwas einzigartiges zu verwandeln. Man kann die beiden normalerweise in einem Bildhaueratelier des Vereins ESTiAN (der Lycker Verein der nichtprofessionellen Schöpfer und Künstler), in der Nachbarschaft des Bahnhofs der Schmalspurbahn, treffen.
Czarodzieje drewna
Die erste Skulptur von Jan Kosiorek wurde aus Pappelrinde gemacht. Heute ist ihr Aussehen leider in Vergessenheit geraten.
„Ich kann mich nicht erinnern, was sie darstellte“, sagt er. „Bestimmt war es eine Maske. Ich war damals 6 vielleicht 7 Jahre alt und wusste nicht, wie man schnitzt. Mit der professionellen Bildhauerei kam ich erst beim Studium der Restaurierungskunst von Antiquitäten in Deutschland in Berührung. Dort sah ich wie ein Meißel aussieht, und beobachtete, wie Skulpturen aussehen. Später hat mich diese Aufgabe fasziniert, aber ich war berufstätig und hatte keine Zeit dafür. Ich sammelte jedoch Werkzeuge und Elektrogeräte. Mit der Bildhauerei fing ich erst an, als ich in Rente ging. Endlich hatte ich Zeit dafür.
Czarodzieje drewna

Die Hauptgestalten, die in verschiedenen Formen in den Werken von Herrn Kosiorek vorkommen, sind Frauen.
„Sie faszinieren mich, weil sie wunderschön sind und ich finde, dass es sich lohnt, sie zu verewigen“, sagt der Künstler. „Mir haben die afrikanischen Skulpturen schon immer gut gefallen. Ich fing an, ähnliche Skulpturen zu erschaffen, nur das Holz musste bemalt werden. Ich schuf Projekte von 18 Mustern, die aus dem Leben gegriffene Szenen darstellen. In der Regel erschaffe ich jedoch große Skulpturen. Darunter entstehen viele kleine Kapellen. Christus im Elend, die Muttergottes und verschiedene Heilige sind die Hauptpersonen. Sogar die großen Skulpturen werden aus einem Stück geschaffen. Ich benutze das, was die Natur zur Verfügung stellt. Ich nehme einen Bauklotz. Ich sehe ihn mir von jeder Seite an und höre zu, was seine Form mir zuflüstert. Erst dann habe ich eine Vorstellung. Ich schaffe vor allem Vollskulpturen. Unter meinen Arbeiten sind nur wenige Flachreliefs zu finden.“
Wie jeder Künstler besitzt Herr Kosiorek ein Geheimnis.
„Es mag merkwürdig klingen, aber ich habe keine einfältige Phantasie“, sagt er. „Ich kann ohne Probleme einen Fuchs oder eine Kuh schnitzen, diese Tiere jedoch zu malen, ist ein Problem für mich. Vielleicht ist es so, weil ich nicht die Gelegenheit hatte, diese Fähigkeit auszuüben.“
Es gibt Werke, die einen bestimmten Platz im Herzen jedes Künstlers einnehmen. Solch eine außergewöhnliche Skulptur schuf auch Herr Jan Kosiorek. Es ist eine kleine Kapelle mit Christus im Elend, die sich zurzeit auf dem Friedhof in Stare Juchy befindet.
„Heute erfüllt sie eine ähnliche Rolle, wie z. B. das Grabmal des unbekannten Soldaten“, erklärt Herr Jan. – „Wenn jemand nicht die Möglichkeit hat, das Grab seiner Verwandten zu besuchen, zündet er ein Grablicht neben der Skulptur an. Es hat mich selbst verwundert, dass jedes Mal, als ich dort war, an der Kapelle Lichter brannten.
Die Bildhauerei ist nicht die einzige Leidenschaft von Herrn Kosiorek. Im Sommer verbringt er seine Zeit mit dem Fischen. Außerdem sammelt er Mineralien. Im Herbst fährt er meist in die Berge, um von dort neue Muster mitzubringen. Dennoch, wie der Künstler betont, hat ihn die Bildhauerei immer begleitet.
 „Ich trage grundsätzlich Werkzeug bei mir“, versichert er. „In diesem Jahr plane ich auch an zwei Pleinairsitzungen für Bildhauerei teilzunehmen. Eins davon wird in Litauen stattfinden.“
Die Schaffensgeschichte von Stanisław Rudnik ist ebenso faszinierend. Anfangs, wie er beteuert, war es gar nicht so leicht.
„Ich kam aus Griechenland zurück und hatte keine Beschäftigung“, erzählt Herr Rudnik. „Ich fing mit kleinen Marmorarbeiten an, jedoch nur kurz. Da ich arbeitslos war, hatte ich die Aufgabe, mich um meine Enkelkinder zu kümmern. Dann griff ich nach einem Brett und versuchte mich daran. Anfangs nur im Keller, zwischen der Kohle und den Kartoffeln. „Am Anfang meiner Arbeit war es im Haus sehr warm“, scherzt er. „Viele Arbeiten landeten einfach im Ofen. Die Familienmitglieder waren immer die ersten Kritiker. Manchmal war es so, dass das was mir gefiel, kein Ansehen in ihren Augen fand.“
Die Werke von Herrn Rudnik sind einfach zu erkennen. Kleine, süße und pausbäckige Engel sind charakteristisch für ihn.
„Ich habe bereits etwa 300 von ihnen geschnitzt“, sagt er. „Sie sind fett, warm und heimisch. Große Skulpturen lässt die Gesundheit nicht mehr zu.“
 In den Werken dieses Künstlers finden wir auch Blumen, Eulen und verschiedene Ajour-Muster. Herr Rudnik hat die Stationen des Kreuzweges geschnitzt, das letzte Abendmahl und viele andere Werke mit religiöser Thematik. Seine Arbeiten zeigen die Schönheit der Natur, Landschaft und die Vielfalt der Masuren.
„Am meisten gefällt mir, dass ich am Morgen in mein Atelier gehe und das mache, worauf ich Lust habe. Der Bildhauerei widme ich meine ganze Freizeit. Es ist halt so, dass die Einen schnitzen und die Anderen z. B. tanzen. Wenn mir jemand das Tanzen beibringen wollen würde, müsste er ein großes Stück Blech erhitzen und mich darauf stellen. Dann würde ich selbst Breakdance tanzen können.“
Es passiert, dass der Künstler nach einem Monat Arbeit nicht mit dem Ergebnis zufrieden ist. Herr Rudnik hat jedoch ein Rezept für solche Fälle. Man sollte die Arbeit sein lassen und nach ein paar Tagen wieder damit anfangen. Manchmal muss man auch von vorne beginnen.
„Diese Beschäftigung lehrt Geduld“, erklärt er. „Das ausgewählte Stück Holz sollte genau angeschaut werden, um die Arbeit verteilen zu können. Wenn etwas ungenau, also „oberflächlich“ gemacht werden soll, fängt man besser erst gar nicht damit an.
Das, was im Bildhaueratelier entsteht, ist immer mit Emotionen verbunden. Manchmal wirken sich Gefühle wie z. B. eine große(s) Freude, Traurigkeit und sogar Wut positiv auf den Schaffensprozess aus.“
„Manchmal ist es eine Art sich zu entladen“, sagt Herr Rudnik. „Ich nehme den Meißel in die Hand und fange an. Wenn Emotionen dabei sind, entstehen die besten Werke. Am Schwierigsten ist es, wenn ich auf Bestellung erschaffen muss.
Eine Skulptur, die einen besonderen Platz im Herzen von Herrn Rudnik einnimmt, ist der Kopf von Christus mit der Dornenkrone. Sie wurde aus Kastanienbaum gefertigt.
„Ich habe sie jemanden geschenkt“, sagt er. „Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern wem, aber ich weiß noch, dass diese Person mir einen speziellen Dienst erwiesen haben muss, um genau diese Skulptur zu erhalten.“
Herr Rudnik beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der Volksbildhauerei. Er teilt seine Leidenschaft sehr gerne mit Anderen und unterrichtet u. A. Kinder und Jugendliche. Er meint, dass man das Handwerk zeigen sollte, da es ansonsten in Vergessenheit gerät. Er betont jedoch, dass unter den „Schülern“ die Mädchen mehr Ausdauer besitzen. Die Jungen interessieren sich ca. bis zum 11. Lebensjahr dafür, danach nehmen diesen Platz Mädchen ein ;).
Beide Herren sind sehr verschieden. Sie haben jedoch die gleiche Leidenschaft – Bildhauerei und ein gemeinsames Atelier. Beide sind der Meinung, dass Holzarbeit Demut lehrt. Das Werk entsteht während des Schaffensprozesses. Oft ist es so, dass das Holz selbst die Ideen des Künstlers korrigiert. Die Astansätze können dazu führen, dass der ursprüngliche Plan geändert werden muss.
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